Pille-danach.eu

Informationen zu Wirkweise und Verordnung der „Pille danach“

In Deutschland gibt es zwei Präparate, Hersteller beider Präparate ist die Firma HRA Pharma:
PiDaNa® (früher Unofem®/Levogynon®) Levonorgestrel – in 28 europäischen Ländern rezeptfrei:
18.14 € / zugelassen bis zu 72 h nach dem Verkehr
ellaOne® Ulipristalacetat: 35,53 € seit 2009 zugelassen / zugelassen bis zu 120 h nach dem Verkehr
Unterschied "Pille danach" und medikamentöser Schwangerschaftsabbruch
Die Pille danach unterscheidet sich vom medikamentösen Schwangerschaftsabbruch, bei dem nach der gesetzlich vorgeschriebenen Beratung nach § 219 eine Schwangerschaft mit einer Kombination von Medikamenten abgebrochen wird.
Bei der Anwendung der Pille danach oder der Spirale danach handelt es sich nicht um einen Schwan-gerschaftsabbruch (teilweise als „Abtreibung“ bezeichnet):
§ 218 Schwangerschaftsabbruch
(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handlungen, deren Wirkung vor Abschluss der Einnistung des befruchteten Eies in der Ge-bärmutter eintritt, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes.
Die Einnistung beginnt etwa sechs Tage nach der Befruchtung und ist Ende der zweiten Woche nach Befruchtung abgeschlossen1.
1 Deutscher Ethikrat: Stellungnahme Präimplantationsdiagnostik 2011, Seite 10
Wann wird die "Pille danach" eingesetzt?
Hormonelle Nachverhütung wird angewendet, um eine Schwangerschaft nach ungeschütztem Ge-schlechtsverkehr oder nach einer Verhütungspanne zu verhindern. Dabei wird der Eisprung verhin-dert oder verzögert. Levonorgestrel hat in der Dosierung der Pille danach keinen Einfluss auf die Ge-bärmutterschleimhaut und damit auf die Einnistung. Die zur Verfügung stehenden Studien zu U-lipristalazetat weisen ebenfalls darauf hin. pro familia Bundesverband
Die Datenlage zu Ulipristalazetat ist allerdings noch unzureichend. Medizinischer Arbeitskreis pro familia NRW
Was passiert beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch?
Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist eine Methode, um eine bereits bestehende Schwangerschaft bis zum 63. Tag nach der letzten Blutung zu beenden. Beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch kommt ein Antigelbkörperhormon zum Einsatz. Das Gelbkörperhormon ist notwendig, damit eine befruchtete Eizelle sich in der Gebärmutter einnisten kann. Wird dieses
Hormon blockiert, dann kommt es zum Abbruch einer bereits bestehenden Schwangerschaft. So kann mit Mifepriston (Mifegyne®)kombiniert mit Misoprostol (Cytotec®), den Substanzen, die beim
medikamentösen Schwangerschaftsabbruch angewendet werden, eine Frühschwangerschaft min-destens bis zum 63. Tag nach der letzten Blutung beendet werden. pro familia Bundesverband

Medizinischer Arbeitskreis pro familia NRW

Welches Präparat sollte verordnet werden?
Das Bundesinstitut für Arzneimittelsicherheit kommt in einer Übersichtsarbeit (2013) über die aktuel-le Datenlage zu dem Schluss, dass nach wie vor eine höhere Wirksamkeit von ellaOne® (Ulipristala-zetat) gegenüber PiDaNa® (Levonorgestrel) nicht belegt ist. Studienergebnisse des Herstellers, nach denen ellaOne® (Ulipristalazetat) angeblich überlegen ist, hält das Institut für nicht aussagekräftig. Im Weiteren heißt es:
„In der Tat sehen wir den Vorteil von Levonorgestrel vor allem in den langjährigen Erfahrungen, die mit diesem Wirkstoff bestehen. Dabei sind nach epidemiologischen Studien fetale Fehlbildungen bei Versagen der Notfallkontrazeption nicht zu erwarten. Für Ulipristalazetat gibt es hingegen weiterhin kaum Sicherheitsdaten. Zudem ist dieser Wirkstoff bei unter 18-Jährigen kaum geprüft, da diese nur an einer der beiden Zulassungsstudien teilnehmen durften und dort lediglich 4% der Studienpopulati-on ausmachen. Ulipristalazetat kommt daher unseres Erachtens allenfalls an Tag 4 oder 5 nach unge-schütztem Geschlechtsverkehr in Betracht, ein Zeitraum, für den die Notfallkontrazeption mit Levon-orgestrel nicht zugelassen ist.“ arznei-telegramm® 2013; Jg. 44, Nr. 2
Entsprechend den Empfehlungen des Bundesinstitutes für Arzneimittelsicherheit empfiehlt der Me-dizinische Arbeitskreis pro familia NRW die Verordnung von:
PiDaNa® (Levonorgestrel) als Mittel der ersten Wahl in den ersten 72 h nach ungeschütztem Verkehr,
ellaOne® (Ulipristalazetat) an den Tagen 4 und 5 nach ungeschütztem Verkehr
Mehr Infos zum Unterschied ellaOne und PiDaNa / Medizinischer Arbeitskreis pro familia NRW:
EllaOne® - die neue Pille danach - Bewertung einer Methode
Verschreibungsempfehlung "Pille danach" für den ärztlichen Notdienst
Unter www.profamilia.de/nrw →Medizinisches Angebot →Veröffentlichungen
und beim pro familia Bundesverband → www.profamilia.de

Quelle: http://www.profamilia.de/filea…fosundVerordnung20.03.2013.pdf

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